Ploërmel / Frankreich

Kontakt:
Lycée „La Mennais“: www.slams.fr – Rubrik „Liens internet“

Die Grenzöffnung ermöglichte es, im Jahre 1990 erstmalig ernsthaft an einen Austausch mit Frankreich zu denken. Ein Schüler brachte von einer Reise nach Ploërmel (Bretagne) die Adresse einer ebenfalls an Schülerbegegnungen interessierten Lehrerin, Frau Anni Coudé, mit. Erste schriftliche Kontakte wurden geknüpft.

1992 besuchte eine Abschlussklasse im Rahmen einer Deutschland-Reise unsere Schule und im folgenden Schuljahr begann Frau Marie-Anna Ecorchard mit uns gemeinsam intensiv den ersten Schüleraustausch vorzubereiten. Viel Aufwand an Formularen, Telefonaten und Hartnäckigkeit ließen uns endlich die ersehnte Genehmigung und eine großzügige finanzielle Zuwendung vom Deutsch-Französischen Jugendwerk in Händen halten. Schluss mit dem DDR-typischen Unterrichtssatz: „Imaginez-vouz, vous allez en France…“ (Stellen Sie sich vor, Sie fahren nach Frankreich) – von manchem Schüler mit wehmütig-ironischem Lächeln quittiert! Jetzt rückte alles in greifbare Nähe.

Am 10.Oktober 1993 standen 16 Mädchen der Klassenstufe 11 mit ihren Eltern, Frau Kümmerling, ihren Taschenwörterbüchern und einem flauen Gefühl in der Magengegend auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof zur Begrüßung der französischen Gäste bereit. Werden wir uns verstehen? Wird ihnen unser Essen schmecken? Wird es ihnen bei uns gefallen?

Das Grundprinzip unseres Austausches, das sich inzwischen bestens bewährt hat, ist der Aufenthalt in den Gastfamilien des Partners. So sind ständige Kommunikation in der Fremdsprache und die Teilnahme am normalen Alltags- und Familienleben selbstverständlich; Gäste und Gastgeber kommen einander ganz schnell näher. Nach einer Woche hatten sich Gastgeber und Gäste gut miteinander angefreundet; zum Glück konnten wir beim Abschiednehmen sagen: „A bienô – bis bald in der Bretagne!“

Im Mai 1994 begann schließlich der zweite Teil des Abenteuers. Zirka 1800 km von Chemnitz über Leipzig – Frankfurt – Paris, dann weiter mit dem TGV bis Rennes, insgesamt etwa 20 Stunden Fahrt. In der darauf folgenden Woche erlebten wir sowohl Unterricht als auch viel Gastlichkeit in den Familien und die faszinierende Bretagne.

Frau Christine Bredel hielt alles per Video fest: Ausflüge zum Mont Saint Michel, nach Carnac, zur wilden Küste, ein von Eltern organisierter Abend mit Musik, Crêpes, mit selbstgebackenem Kuchen und Cidre – kurz: Beim Abschied in Rennes trennten sich Freunde und wir rollten mit lieben Geschenken und unvergesslichen Eindrücken von Land und Leuten heimwärts.

Achtzehn Jahre später hat sich an den Grundprinzipien und den bereichernden Erlebnissen nicht viel geändert. Hinzugekommen sind die teils auch noch Jahre später andauernden Freundschaften und die breite Unterstützung durch die Kollegien der Gymnasien, des Fördervereins und weiterhin motivierte Schüler und Schülerinnen, die mit Beobachtungsgabe vorbereiten sowie Ausstellung bzw. Tagebücher für die Daheimgebliebenen und sich selbst gestalten.